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MARTIN HOLTMANN ERKLÄRT #2: Gesellschaftliche und individuelle Akzeptanz psychischer Probleme als „echte Krankheiten“

So schockierend dieses Ereignis für viele damals auch war: Die Berichterstattung über den Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke hatte für die Gesellschaft einen positiven Effekt. Umfragen in der Bevölkerung zufolge nehmen die Deutschen seither nämlich viel eher professionelle Hilfe bei Depressionen in Anspruch.

Der Ärztliche Direktor der LWL-Uniklinik Hamm, Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann.

Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann ist der Ärztliche Direktor der LWL-Uniklinik Hamm.

Das ist wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass wir und andere Fachleute in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit Hilfe der Medien erfolgreicher als früher über psychische Krankheiten aufklären konnten. Kinderärzte, Erzieher und Lehrer, die im täglichen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, sind inzwischen deutlich besser fortgebildet, wissen über psychische Krankheitsbilder und Symptome gut Bescheid und können so dazu beitragen, dass rechtzeitig etwas unternommen wird, wenn sich Probleme abzeichnen. Die Berührungsängste mit der Psychiatrie sind merklich kleiner geworden. Trotzdem sehen wir noch viel Luft nach oben: Es gibt nach wie vor viele Vorurteile und Bedenken in der Gesellschaft, mit denen wir oft zu kämpfen haben. Zum Beispiel, wenn es um die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder mit Medikamenten geht. Das ist für viele noch ein rotes Tuch. Wir versuchen auch hier, diesem Eindruck mit Aufklärungsarbeit entgegen zu wirken.

Mehr dazu im nächsten Artikel:
MARTIN HOLTMANN ERKLÄRT #3: Medikamente: Sinn, Unsinn, Vorurteile – und die Realität