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FÜNF FRAGEN AN… #1: Pflegedirektor Thomas Linnemann
Der Pflegedirektor der Klinik, Thomas Linnemann.

Herr Linnemann, eine psychiatrische Klinik wie die LWL-Uniklinik Hamm ist eine medizinische Einrichtung wie jede andere auch – und muss sich entsprechend auch mit den gleichen Herausforderungen stellen. Sie müssen effizient arbeiten und zugleich eine hohe Behandlungsqualität gewährleisten. Das geht nicht ohne gutes Personal. Wie schaffen Sie diesen Spagat mit ihren Leuten?

Thomas Linnemann: Wir haben in den letzten Jahren unsere Betriebsabläufe durchleuchtet, von der Aufnahme über die Behandlung bis zur Entlassung, um herauszufinden, wo es noch Nachbesserungsbedarf gibt. Für die Beschäftigten bedeutet das notgedrungen, dass ihre Jobs sich verändern. Das ist für manche nicht leicht. Wir müssen aber flexibel bleiben, um den Patientinnen und Patienten eine gleichbleibend hohe Behandlungsqualität bieten zu können. Das betrifft vor allem unsere Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Erzieher, weil sie die meiste Zeit am Tag mit den Kindern und Jugendlichen verbringen und auch als Ansprechpartner für emotionale Themen zur Verfügung stehen. Das ist eine große Aufgabe.

Wie bereiten Sie die Kolleginnen und Kollegen auf die neuen Aufgaben vor?

Der Pflegedirektor der Klinik, Thomas Linnemann.

Thomas Linnemann ist Pflegedirektor der LWL-Uniklinik Hamm.

Thomas Linnemann: Durch ständige Fort- und Weiterbildung, die uns immer auf dem neuesten Stand hält. Zugleich ist die Supervision, also Begleitung, wichtig, bei der wir regelmäßig den Blick von außen auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werfen und sie so im beruflichen Alltag unterstützen. Außerdem stellen wir vieles immer wieder in Frage.

Zum Beispiel?

Thomas Linnemann: In den vergangenen Jahren haben wir unsere Teams neu aufgestellt. Wir haben darauf geachtet, dass verschiedene Charaktere, die sich gut ergänzen, in den Gruppen zusammenarbeiten. Auch auf den demographischen Wandel bereiten wir uns vor, indem wir versuchen, für junge Kolleginnen und Kollegen attraktiv zu bleiben. Damit schaffen wir zugleich auch eine größere Vielfalt auf den Stationen, wovon wiederum die Patientinnen und Patienten profitieren. Jeder junge Mensch ist anders und baut mit jeweils unterschiedlichen Bezugspersonen ein Vertrauensverhältnis auf.

An das Team sind damit sehr viele verschiedene Anforderungen gestellt. Wie fangen Sie das auf?

Thomas Linnemann: Jeder sollte Unterstützung von den anderen im Team erfahren. Deshalb sind unsere langjährigen Mitarbeiter dazu angehalten, unerfahrenere, jüngere Teammitglieder einzuarbeiten und sie mitzunehmen. Natürlich sollte sich sowieso jeder stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft halten und dieses Wissen weitergeben, damit alle davon profitieren können. Dazu bieten wir Fort- und Weiterbildungen an und geben Hilfestellungen für einen funktionierenden Wissenstransfer untereinander.

Wie gehen Sie mit den Belastungen im Job um?

Thomas Linnemann: Es ist ein besonders großer und kräftezehrender Teil des Berufs, konfliktfähig und trotzdem im Gleichgewicht mit sich selbst zu bleiben. Es ist zum Beispiel wichtig, dass sich alle Teammitglieder regelmäßig mit ihrer eigenen Situation auseinandersetzen. In den Weiterbildungen kommen Fragen auf wie: In welcher Lebenssituation befinde ich mich selbst, wie sehr bin ich durch mein Privatleben belastet? Wie kann ich Arbeit und Privatleben trennen? Wie verhindere ich, dass ich besonders intensive Erlebnisse und Erfahrungen im Job als Belastung mit nach Hause nehme? Wie halte ich mich gesund und in der Balance? Wir unterstützen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, indem wir konkrete Angebote machen, wie Gesundheitszirkel, Betriebsausflüge oder mit dem Team der „Kollegialen Hilfe“.