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Generationenwechsel, Alter, andere Krankheitsbilder: Herausforderungen für das Personal in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Eine Pflegerin verbindet einer Patientin den Arm und schneidet den überstehenden Verband ab.

Mit jungen Patientinnen und Patienten zu arbeiten, die psychisch krank sind, kann eine sehr erfüllende Aufgabe sein. Gleichzeitig ist sie auch anstrengend – für die Ärzte und Therapeutinnen, die täglich mit den Jugendlichen arbeiten, aber auch und besonders für das Pflegepersonal. Es verbringt fast den kompletten Alltag mit den jungen Menschen und bekommt viel mit, von den kleinen Sorgen bis zu den ganz großen Krisen. Dieser Alltag ist ganz automatisch geprägt von immer neuen Herausforderungen und auch von Konflikten, die jeden Tag ausgehalten werden müssen. Und damit es den Patientinnen und Patienten besser geht, müssen diese Probleme Schritt für Schritt angegangen und möglichst auch gelöst werden.

Die LWL-Uniklinik Hamm setzt deshalb sehr auf eine gezielte Mitarbeiterentwicklung. Das bedeutet auch, dass alle Teammitglieder sich mit sich selbst auseinandersetzen müssen. Eine Balance zwischen Beruf und Privatleben herzustellen, ist für die psychische Gesundheit eines jeden Menschen sehr wichtig. Dieses Gleichgewicht erfordert aber mit 20, 30, 40, 50 oder 60 Lebensjahren jeweils vollkommen unterschiedliche Bedingungen. Das Thema der körperlichen und seelischen Gesundheit spielt dabei eine große Rolle: In einem Job, in dem eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter so viel mit Menschen und deren persönlichen Schicksalen zu tun hat, ist es sehr wichtig, dass das persönliche Wohlbefinden nicht zu stark und vor allem niemals dauerhaft beeinträchtigt ist und dass das Personal sich mit seiner Arbeit identifizieren kann. Wie das über die Jahre beibehalten werden und was dafür getan werden kann, darauf versucht die Klinik gemeinsam mit ihrem Pflegepersonal immer wieder neue Antworten zu finden.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist zum Beispiel, dass das Pflegepersonal für bestimmte Krankheitsbilder ausgebildet wird – vor allem für solche, die besonders herausfordernd, neuartig oder häufig sind. Zum Beispiel gibt es einiges zu beachten im Umgang mit Jugendlichen, die schwere Emotionsregulationsstörungen aufweisen und sich deshalb oft selbst verletzen. Genauso wichtig ist es, jungen Frauen mit einem gestörten Essverhalten zugleich sensibel zu begegnen und Regeln aufzuzeigen. Auch Deeskalationstrainings und Seminare etwa zum Thema „Gewalt und Aggression – Phänomene unserer Zeit?“ helfen den Teams im Alltag dabei, besser mit schwierigen Situationen umzugehen. Sie verstehen so die Hintergründe besser und erlernen konkrete Maßnahmen, um zum Beispiel eine angespannte Lage schneller entspannen zu können.